Fragmente der 'Alten Welt'

Über die Masnar

 

In einer Diskussion im Weltenbastler-Forum ging es 2000 um nachtaktive Völker - und da ging mir auf, das die Masnar ein solches nachtaktives Volk sind.
Hier mein Beitrag:

Ja, ich habe ein nachtaktives 'Menschen'-Volk auf einer meiner Welten - allerdings habe ich sie nicht ursprünglich als solche ausgedacht (vor über 20 Jahren).
Ausgangssituation: Raumschiff stürzt ab, Strahlenverseuchung des Erbmaterials, Mutationen bei einigen der Nachkommen - die folglich nicht mehr als Menschen angesehen werden. Ich habe sie 'Masnar' genannt.
Sie sind weiß-häutig und -haarig (wie ein Grottenolm) und haben merkwürdige Augen, die mit Nachtsicht ausgestattet sind (wie sich erst vor kurzer Zeit herausstellte). Außerdem wohnen sie unterirdisch. Ich kann erst jetzt sagen, daß sie wohl nachtaktiv sind/waren, ich hatte sie, wie gesagt, nicht als solche ausgedacht - und die Merkwürdigkeit der Augen auch eher auf ihre telepathischen Fähigkeiten (ja, das auch noch) geschoben.
Allerdings denke ich nicht, daß die Augen besonders groß sein müssen, um Nachtsicht zu ermöglichen - nur eben besonders leistungsfähig -oder eben ganz anders, als die Augen, die wir kennen. Sie reflektieren jedenfalls das Licht sehr viel stärker, als gewöhnliche Säugetier-Augen (selbst Katzen können da nicht mithalten). Die unterirdische Kultur, die historisch gesehen wohl am ehesten auf die Verfolgungen der ersten Mutanten zurückzuführen war, konnte sich durch die biologischen Besonderheiten der Mutanten durchsetzten. Folgerichtiger Weise sollten sie also besonders lichtempfindlich sein (so konsequent war ich dann wohl noch nicht), wenig auf optische Reize geben (das ist in der Tat so - Farben tauchen praktisch nicht auf, weil die Masnar sie auch nicht erkennen können - sie sehen nur schwarz-weiß (also nur Stäbchen und keine Zäpfchen in den Augen oder so?? Biologie habe ich leider nie studiert) - und die visuell wirkenden sekundären Geschlechtsmerkmale sind auch uninteressant. Die Masnar-Männer sind bartlos, die Masnar-Frauen entwickeln nur während der Schwangerschaft sichtbare Brüste. Also alles in allem war ich trotz fehlender Planung doch recht konsequent, scheint mir.
Zu postulieren, daß zum Schmuck von Gegenständen nur taktil interessant gestaltete Oberflächen gewählt werden, ist sicher nicht erforderlich bei echter Nachtsicht. Aber kontrastreiche Muster werden bei ausschließlichem hell-dunkel-Sehen wohl eher das Mittel der Wahl sein, als zarte Pastelltöne.
Musik ist in dieser Kultur wichtig, Schriftlichkeit ist nicht ausgeschlossen - da eine sehr schwache Beleuchtung schon zum Sehen ausreicht. Ein unterirdisches Höhlensystem als Wohnung bedarf trotzdem einer gewissen Beleuchtung (auch nachtaktive Tiere sind entweder ganz blind oder haben einen 'Restlichtverstärker') - aber da reicht eine Öffnung und die Weiterleitung durch ein verhältnismäßig einfaches Spiegelsystem.

nach oben

 

© Bettina Lege 2008 / 2017, zuletzt bearbeitet am 20.09.2008,
eMail schreiben.